Mit Drachen-Bratwürsten zum „ImProfisationstheater“

Die Südthüringer Presse zum Auftritt im Dermbacher Schloss

Dermbach. Zum zweiten Mal (zuletzt im März 2016) hat uns der Kunst- und Kulturverein des Dermbacher Schlosses zur Vorstellung eingeladen. Und zum zweiten Mal erwartet uns ein ausverkauftes Haus und ein Publikum, welches zunächst an die Materie Improvisationstheater herangeführt werden muss. Ein Mitmachtheater. Interaktion. Vorgaben. Dies alles scheint neu und gewöhnungsbedürftig – trotz einiger Wiederholungstäter. Vorgaben werden anfangs nur zögerlich und leise geäußert. Unser Spiel passt sich dieser Stimmung an und lahmt etwas. In der letzten Szene in Hälfte eins ist das Publikum angehalten, Sätze zu vervollständigen und Gegenstände hineinzurufen. Und tatsächlich. Es beginnt der Tau-Prozess. Das Eis zwischen Bühne und Auditorium beginnt zu schmelzen. Die Zuschauer verstehen: hier darf und muss mitgemacht werden, um das Bühnenspiel voranzutreiben. In der Pause sucht uns der Journalist und Kulturveranstalter Jürgen Körber auf (ihm danken wir an dieser Stelle für diese 5-spaltige Motivationsspritze). „Ich weiß schon, was ich über euch schreiben werde! Das ist Im-Profi-sationstheater“, meint er. Er scheint von dieser, unserer Art Theater als Kulturschaffender fasziniert. Vor allem von den improvisierten Sprachwechseln und unserem Timing. Sein Begeisterung hat er auf einer halben Seite in der Südthüringer Zeitung festgehalten.

 

Südthüringer Zeitung vom 13. März 2017 (Artikel: Jürgen Körber)

 

Die erzählte Geschichte (Hörspiel) von einer Riesenbratwurst und einem Drachen flankierte den Start der zweiten Hälfte. Das Publikum war da, wir waren da. Spätesten beim Gebärdendolmetscher, der Königsdisziplin von Hannes (alias Zauberkünstler Yorick Vanitas), und einem Talk über den Mangel an blondem Haarfärbemittel durch Donald Trump brachen die Dämme. Das war ein wahnsinniges Stück Körperarbeit und Zwerchfell-Penetration. Die Szenen und Geschichten steigerten sich in der Qualität ihrer Umsetzung und dem Grad ihrer Absurdität. Getreu unserem Motto, Banales skurril zu recyceln, verstand das Publikum nun endgültig den Reiz dieser Theaterform. Der Abend mündete in der letzten Szene unserer Vorstellung, einem Replay (die Geschichte wird in unterschiedlichen Genres wiederholt) über einen Fleischklopfer (in diesem Fall der Türsteher) im Bierkeller. Die Zugabe wurde zur Selbstverständlichkeit und die Meinungen der Gäste schlossen sich dem Tenor von Jürgen Körber an. Kann man beim Improtheater von Profis sprechen? Wir suchen noch nach einer Definition für das „ImProfisationstheater“. Eines soll es mit Sicherheit bedeuten: für die Kleinkunstszene ist unsere Formation ein Geschenk und sehenswerte Bereicherung.

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